Über mich

Stefan Bodenschatz. Berlin-Tempelhof. Filmkritiker ohne Berufsbezeichnung.
Diese Seite hat eine sehr genaue Herkunft. Zweites Semester, Anfang der Neunziger, ein Filmgeschichtsseminar an der FU. Der Dozent zeigte uns Das Kaninchen bin ich auf einer zerkratzten VHS-Kopie. Ein Film, der 1965 abgedreht, dann eingesperrt worden war — und erst 1989, in den Wochen des Mauerfalls, erstmals öffentlich gezeigt werden durfte. Wir saßen still da, als der Abspann lief. Nicht wegen einer großen politischen Botschaft. Sondern weil der Film einfach gut war. Zu gut, um 24 Jahre lang weggesperrt zu werden.
Von da an ließ mich das Thema nicht mehr los.
Was diese Seite ist
icestorm.de ist kein Nostalgie-Archiv und keine Ostalgie-Seite. Ich schreibe über DDR-Filme und osteuropäisches Kino, weil es mir wichtig ist — nicht weil es mir vertraut ist. Ich bin West-Berliner, aufgewachsen mit Tatort und amerikanischen Blockbustern. Die DEFA war für mich eine Entdeckung, keine Kindheitserinnerung.
Das hat Vorteile: Ich romanisiere nichts. Keine sentimentale Bindung an Dinge, die man als Kind gesehen hat. Was ich über das DEFA-Kino schreibe, kommt aus zwanzig Jahren Recherche, aus Filmarchiven, aus Gesprächen mit Historikern — und aus sehr vielen Kinonächten, oft in Sälen mit weniger als dreißig Zuschauern.
Dabei interessiert mich nicht nur die DEFA. Das osteuropäische Kino der Sechziger und Siebziger — die Tschechoslowakische Neue Welle, die Polnische Filmschule, das ungarische Kino dieser Jahrzehnte — gehört zum Gesamtbild. Filme, die unter staatlicher Kontrolle entstanden und trotzdem etwas gesagt haben. Manchmal gerade deshalb.
Zur Person
Germanistik und Kulturwissenschaften, FU Berlin. Abschluss Ende der Neunziger. Seitdem freiberuflich in verschiedenen Bereichen tätig, immer mit Bezug zu Film und Medien. Seit 2003 in Tempelhof.
Gersdorfstraße 70, 12105 Berlin-Tempelhof
+49 30 502 26 54